ORHAN KEMAL
15.09.1914 - 02.06.1970
Orhan
Kemal, mit eigentlichem Namen Mehmet Rasit Ogütcü, ist ein Vertreter
der türkischen Gegenwartsliteratur. Er verfaßte vor allem
Erzählungen und Romane. Zur Welt kam Orhan Kemal in Ceyhan. Da sein
Vater aus politischen Gründen nach Syrien flüchten mußte, erlebte er
eine schwere Jugend. Schon in frühen Jahren mußte er seinen
Lebensunterhalt verdienen, daher spielt der Kampf um das "tägliche
Brot", ein existenzielles Problem des Menschen, eine zentrale Rolle
in Orhan Kemals Erzählungen. Zuerst beschäftigte er sich mit Poesie,
veröffentlichte Gedichte in Zeitungen und Zeitschriften. Dann
entschied er sich für die Erzählung. Zu seinen ersten Romanen
gehören "Baba Evi" (Vaterhaus), "Avare Yillar" (Wanderjahre) und
"Cemile".
1957 bekam er für sein Werk "Kardes Payi" (Bruderanteil) den Sait
Faik Literaturpreis. Für das Werk "Önce Ekmek" (Zuerst Brot) erhielt
er im Jahre l969 ebenfalls den Sait Faik Literatur preis und den
Preis der Türkischen Sprachgesellschaft.
Neben seinen Erzählungen sind auch viele seiner Romane in andere
Sprachen übersetzt und veröffentlicht worden.